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Dünenpromenade © B. Specht

Entdeckt für Gäste und Einheimische im Klützer Winkel

Auf dieser Seite stellen wir interessante Dienstleistungen, Ausstellungen oder Ausflugsziele vor, die nicht alltäglich sind, jedoch nicht immer im nahen Umfeld liegen. Es werden nur Produkte vorgestellt, die von uns persönlich begutachtet wurden.

Sehr gern nehmen wir auch Anregungen von den Besuchern dieser Webseite entgegen.

Bei Interesse Kontakt mit uns aufnehmen.

Grenzhus Schlagsdorf - das lebendige DDR-Grenzmuseum

Ausstellung Grenzhus Museum © Grenzhus
Außengelände © B. Specht
2026.04.05  KFZ KFZ-Sperre © B. Specht

In knapp einer Stunde reisen wir fast vier Jahrzehnte zurück, erreichen die DDR-Grenzanlagen bei Schlagsdorf und stehen vor der KFZ-Sperre. Hier ist Schluss, drüben die Bundesrepublik. Hier die DDR.

Bis zum Abend des 9. November 1989 war das so.

Auf einer Pressekonferenz verkündete der führende SED Funktionär Günter Schabowski, dass die DDR-Bürger über alle Grenzkontrollstellen ausreisen können. Und zwar sofort.

Wenige Sätze, die Geschichte geschrieben haben. Letztlich war es ein Missverständnis, da ein neues Reisegesetz geplant war, welches die Republikflucht ein für alle Mal lösen sollte: Ständige Ausreisen aus der DDR sollten jederzeit möglich sein. Was dann geschah, ist denen, die 50 Jahre und älter sind, bekannt. Es gibt wohl niemanden, der nicht weiß, wo er war, als er die Nachricht empfangen hat.

Für die Jüngeren zur anschaulichen geschichtlichen Darstellung wurden einige DDR Museen aufgebaut. Das »Grenzhus Museum in Schlagsdorf« ist für diese Region das am besten ausgestattete. Mit einer umfangreichen Ausstellung im Museumsgebäude und einer aufwendig erstellten Außenanlage. Ein Besuch, der sich wirklich lohnt, will man sich die deutsch-deutsche Geschichte in Erinnerung rufen oder den Jüngeren veranschaulichen.


Dazu gleich zwei Tipps:

Für 50,-- € (Stand April 2026) kann frühzeitig ein privater Guide für eine 90-minütige Führung gebucht werden.
In den Sommer- und Herbstferien werden mittwochs und samstags kostenfrei geführte Rundgänge angeboten. Die meisten der teils ehrenamtlichen Guides sind Zeitzeugen, darunter auch ehemalige Grenzer aus Ost und West.

Weiterführende Links:

Mehr zum Grenzhus, den Eintrittspreisen, Führungen und Ausstellungen gibt es hier.

Die Lage des Museums​

MDR: Der Tag, an dem die Mauer fiel

Wikipedia: Die innerdeutsche Grenze

Der Wettkampf meines Lebens: Axel Mitbauers Flucht über die Ostsee

Aufarbeitung der DDR-Geschichte

Kriemhild Frieda Marie Mader schreibt in Ihrem Zeitzeugen-Roman über das Leben im Sperrgebiet und die Kontraste, die sie erlebt hat: Vom Leben am Rande der roten Scheibe.

Scharfe Sachen aus Kalkhorst

Recycling © leona-ohsiek.de
An der Esse © facto Messer
Messer mit recyceltem Griff © facto Messer

Wenn Ihnen jemand von einer Schmiede erzählt, würden Sie vermutlich an loderndes Feuer unter der Esse, einen dicken Amboss und riesige Hammer denken, die von muskulösen Armen geschwungen werden, um den glühenden Stahl in die gewünschte Form zu bringen.

Dachte ich auch, bevor ich die Tür zur Werkstatt der besonderen Klingen öffnete. Einzig die Esse mit dem lodernden Feuer wurden bestätigt. Der Stahl, so erfahre ich, wird nicht nur mit Kraft, sondern lang anhaltend behandelt. Ach ja, dann gibt es noch zwei verschiedene Stähle, die Michael Schimmel bearbeitet.

Zum einen den in Deutschland entwickelten Hochleistungsstahl mit einer Härte von 62HRC, der eine einzigartige Sonderlegierung mit dem selten vorkommenden Element Niob (größte Vorkommen in Brasilien) erfährt und dadurch eine hohe Schnitthaltigkeit und Verschleißfestigkeit erhält. Im täglichen Gebrauch zeigen sich die Vorteile insbesondere durch die feine Schnittführung und der sehr starken Endhärte. Wer blanke, glänzende Messer liebt, wird sich erst an den etwas farblosen Stahl gewöhnen müssen, danach jedoch durch die anhaltende Schärfe wieder entschädigt. Hochwertige Gebrauchsobjekte eben.

  Der Schlag hat gesessen, noch einer, das Eisen glüht. Jetzt werden die beiden unterschiedlichen Stähle unter der Esse verheiratet, wo sie zuvor im Holzkohlefeuer erhitzt wurden. Der harte, spröde Stahl und der elastische, weiche werden in einem komplizierten Prozess zusammengefügt und mit viel Feingefühl gefaltet. Die Damastklinge entsteht. Ein Paket mit 15 Lagen wird in einem ständig wiederkehrenden Prozess bei Temperaturen von 1.150° wieder und wieder geschlagen, gefaltet, geschlagen, gefaltet, bis zum Schluss eine Lagenzahl von rund 200 erreicht wird, um letztendlich in die gewünschte Form geschmiedet zu werden - und dem künftigen Besitzer ein ganz besonderes Unikat an die Hand zu geben. Ein Messer mit einer eigenen Seele. Persönlich mit viel Feingefühl in einer kleinen Schmiede in Kalkhorst gefertigt, Fernab von Massenware und Industrieprodukten.

  Zum präzisen Ablauf des Prozesses 

  Der Nachhaltigkeit hat sich Janos Freuschle verschrieben. Bereits während seines Studiums zum Designer hat ihn die Wiederverwertung wichtiger Rohstoffe interessiert. Er und sein Vater Michael Schimmel haben einen Versuch gestartet: hochwertige Messerklingen mit recycelten Handgriffen zu versehen. Werden diese Messer vom Markt akzeptiert und kann die hervorragende Führung der Klinge durch den sorgfältig austarierten Griff auch optisch die Wertigkeit des Produktes erhalten? Das war die beängstigende Frage, die zu Beginn vermutlich im Raum stand. Der Erfolg hat Ihnen die Antwort gegeben. Es geht. Mehr dazu

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