top of page
Buchmesse Boltenhagen   -  Zusatz-Informationen für Besucher

Sind Bücher, die von Autorinnen und Autoren selber verlegt werden, von minderer Qualität?

Eine Frage, die sich Leserinnen und Leser immer häufiger stellen, weil der Anteil der Selbstverleger stetig wächst.
Wir haben dazu einige Fragen an den Selfpublisher-Verband gestellt, um unseren Besuchern Klarheit zu verschaffen.


Hier ist die Antwort: 

Selfpublishing-Bücher: Qualität ohne Verlagslogo

Wer in einer Buchhandlung oder online nach Lesestoff sucht, begegnet heute einer wachsenden Zahl an Titeln, die nicht im Verlag erschienen sind. Selfpublishing, also das eigenständige Veröffentlichen von Büchern durch die Autor:innen selbst, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Teil des Buchmarkts entwickelt. Dennoch begegnen viele Leser:innen solchen Titeln mit Zurückhaltung. Die häufigsten Vorbehalte lassen sich bei näherer Betrachtung jedoch leicht aus der Welt schaffen.

Qualitätssicherung liegt in der Verantwortung der Autor:innen

Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Verlage eine Art Qualitätsfilter darstellen, den Selfpublishing-Titel nicht durchlaufen. Tatsächlich beauftragen professionelle Selfpublisher:innen in der Regel dieselben Dienstleister, die auch Verlage nutzen: freie Lektor:innen, Korrektorate und Coverdesigner:innen. Da sie die gesamten Produktionskosten selbst tragen, haben sie ein unmittelbares wirtschaftliches Interesse daran, ein Buch zu veröffentlichen, das inhaltlich und gestalterisch überzeugt. Die Verantwortung für die Qualität liegt vollständig bei der Autor:in, was häufig zu besonders sorgfältig produzierten Titeln führt.

Selfpublishing ist eine bewusste Entscheidung

Die Annahme, Selfpublishing-Bücher seien schlicht von Verlagen abgelehnte Manuskripte, greift zu kurz. Viele Autor:innen wählen den unabhängigen Weg aus strategischen Gründen: Sie möchten schneller auf dem Markt sein, höhere Tantiemen erzielen, ihre Zielgruppe direkter ansprechen oder einfach die vollständige kreative Kontrolle über ihr Werk behalten.

Relevanz und Reichweite sind messbar

Selfpublishing-Titel sind auf den großen Verkaufsplattformen wie Amazon, Thalia oder Apple Books regelmäßig unter den meistverkauften Büchern zu finden. Einzelne Autor:innen haben im deutschsprachigen Raum Leser:innenschaften im sechs- oder siebenstelligen Bereich aufgebaut und sind regelmäßig mit ihren Werken in den Spiegel- und Bild-Bestsellerlisten zu finden. Diese Zahlen belegen, dass Leser:innen diese Bücher nicht kaufen, obwohl sie im Selfpublishing erschienen sind, sondern weil sie inhaltlich überzeugen.

Nähe zwischen Autor:innen und Leser:innen

Ein struktureller Unterschied zum klassischen Verlagsweg ist die direkte Beziehung, die Selfpublisher:innen zu ihrem Publikum pflegen. Rückmeldungen aus der Leser:innenschaft fließen unmittelbar in neue Projekte ein. Das führt häufig zu Büchern, die sehr genau auf die Wünsche und Erwartungen eines bestimmten Publikums zugeschnitten sind.

Ob ein Buch lesenswert ist, lässt sich nicht am Verlagslogo festmachen. Ein gutes Buch ist ein gutes Buch. Die Frage ist nicht, wer es verlegt hat, sondern ob es die Leser:innen bewegt, begeistert oder zum Nachdenken bringt. Und das kann ein Selfpublishing-Titel genauso gut wie jedes andere Buch im Regal.

Quelle: Selfpublisher-Verband    Hier geht es zur Homepage

bottom of page